Stadt der Engel

Am Abend in der U-Bahn, ich war auf dem Heimweg, saß mir gegenüber eine sehr dünne kleine Italienerin. Neben ihr war eine Lücke, und daneben saß eine ebenfalls dünne, kleine Frau. Eine andere, eine große Frau eilte in die Bahn auf den freien Platz und setzte sich so schwungvoll dazwischen, dass die beiden anderen unangenehm berührt zur Seite rutschten. Die Große war, das konnte ich beobachten, nur so rücksichtslos und in Eile beim Ergattern eines Sitzplatzes, weil sie in ein Buch vertieft war, das sie sogleich aufschlug und so das Missbehagen in ihrem direkten Umfeld gar nicht bemerkte. Das Buch, in dem sie so gespannt las, das wollte ich natürlich gleich wissen, was sie so gefesselt hatte, war “Stadt der Engel” von Christa Wolf. Und da erst fiel mir wieder ein, dass bereits auf dem Hinweg einer neben mir gesessen hatte, ein junger Mann, das nämliche Buch in den Händen.

Nach der Lektüre der Einschätzungen auf perlentaucher.de bin ich mir aber trotzdem nicht sicher, ob ich das als ein Zeichen nehmen soll, ich müsste das unbedingt mal lesen.

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