Ausgeschlafen?

ein schlafendes gesicht mit einem schwarzen stift und einzelnen linien gezeichnet

frintze hat eine Weile geschlafen. Über ein ganzes Jahr.

Eigentlich hätte an diesem Ort spätestens Anfang Januar wieder etwas stehen sollen zur nächten Runde des Bloggerpreises “Das Debüt”, und das hätte mich wieder zum Schreiben über Bücher bringen sollen. Spätestens damit hatte ich mich wieder dazu verlocken wollen, hier über Gelesenes zu schreiben und neuen Schwung zu finden.

Aber stattdessen war hier ganz und gar nichts los, und als Jurymitglied vom “Debüt” war ich in dieser Runde eine totale taube Nuss. (Zum Glück hat das der Entscheidungsfindung auch in diesem Jahr nicht geschadet und die Bloggerjury ist auch ohne mich zu einem Ergebnis gekommen: siehe hier. )

Warum?

Die Wahrheit ist: ich hatte mich überanstrengt.

Als freie Journalistin hatte ich ohnehin schon ziemlich viel zu tun mit dem Schreiben und musste mich zu so manchem Text motivieren, auf den ich gar nicht so viel Lust hatte. Zudem bin ich Mutter eines mittlerweise Dreijährigen, der auch seine Aufmerksamkeit fordert. Und zu guter Letzt waren da all die sonstigen kreativen Projekte, die ich schon lange angehen wollte, für die ich aber auch nie die rechte Zeit fand. Die Folge: ein Zustand der permanenten Selbstüberforderung, ewiger Druck, übertriebene Erschöpfung.

Schon in der Mitte des letzten Jahres hatte mir gedämmert, das es so nicht weiter gehen könnte.

Zum Glück hatte ich dann erst mal die Möglichkeit, ein bisschen durchzuatmen, weil ich ein Stipendium bekommen habe: der Hessische Literaturrat ermöglichte es mir, mit dem Programm “Land in Sicht!” zwei Monate in der hessischen Stadt Bad Arolsen zu verbringen. Zeit zum Durchatmen. Nur kreativ sein, die Stadt wahrnehmen und mich dabei zumindest vom finanziellen Druck befreit um meinen Sohn kümmern – das war eine große Erleichterung. Das Stipendium brachte auch ein paar neue Erfahrungen mit sich. Die Teilnehmerinnen einer Schreibwerkstatt, die ich in der Christine-Brückner-Bücherei in Bad Arolsen gab, regten mich dazu an, mal darüber nachzudenken, wie das denn nun funktioniert mit dem Texte schreiben. Bei einem Hörspaziergang lauschten wir gemeinsam auf die Klanglandschaft der Stadt. Und am Ende entstanden, nach Art der “Sounds der Woche” und doch unter anderen Vorzeichen, Kurztexte darüber, wie Bad Arolsen klingt, unter dem Titel “Das Ohr an der Großen Allee”.

Als ich wieder zu Hause war, mussten all diese Eindrücke noch verarbeitet werden, und das Kind kam in eine neue Kita, und der Alltag, ach, der Alltag.

Eine Pause von all dem Druck habe ich mir aber noch weiter gegönnt.

Und jetzt, endlich, hab ich wieder Lust zu lesen, zu schreiben – und auch ein paar sonstiger Dinge zu Papier zu bringen.

frintze wacht also so langsam wieder auf – und freut sich über interessierte Leser*innen!


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