Sounds der Woche (98)

Im Hof. Ein Löffel reibt über das Porzellan und hinterlässt Spuren in den Überresten der Schokoladen-Creme-Rolle. Feine, weiße Linien, ein helles Schaben und Klirren erzeugt das. Der Kaffeetisch steht im Schatten eines blühenden Bäumchens. Der Kaffee kommt heute aus einem Topf und wird mit der Kelle ausgeschenkt, die schwärzlichen Krümel sammeln sich am Boden der  dünnwandigen weißen Tassen mit dem Goldrand. Eine dicke Katze klettert über einen Zaun. Ein Eichhörnchen turnt in den blühenden Zweigen. Dort hinten toben die Kinder mit einem Ball, bald haben sie alle Kratzer und Beulen. Ein Löffel reibt über das Porzellan und hinterlässt Spuren. Spuren in Kuchencreme.

 

Im Haus. Der große Auflauf mit dem Gemüse steht auf dem Tisch, dampft noch, und alle sollen sich hinsetzen, endlich. Das Gewirr und die Stimmen. Ob für jeden ein Stuhl da ist, wer was trinken, wer was auf seinen Teller gefüllt haben möchte, die halben Eier, die Paprikastreifen, die Würstchen, den Salat. Wer wen mit dem Fuß unter dem Tisch berührt, wer kichert, wer neben wem sitzt und wer ein Brötchen bekommt. Irgendwo oben brüllt noch das Baby. „Wir müssen was für die Mutter aufheben!“ Die Mutter ist oben und stillt. „Guten Appetit!“ und wer aufgegessen hat, wer aufstehen darf und alle Murmeln auf einmal auf den Boden ausschütten, und wer den Senf rüberreicht und ob auch jeder was bekommen hat von dem Brot, den Oliven, der Knoblauchbutter. Schon wieder die Tellerstapel, die Reste, die Schüsseln, einer hat jetzt das Baby auf dem Arm und tänzelt und schaukelt im Stehen, die Gläser, die Krümel, auf dem Teppich die Murmeln, alle fort, und der leicht feuchte Film auf der Tischplatte.

 

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