Sounds der Woche (52)

S-Bahn. Schon so lange wohne ich im Einzugsbereich ihres breitflächigen Geräuschs, das regelmäßig die Ruhe zerteilt. Früher war da noch mehr Rumpeln dabei, die Metallräder auf den Schienen waren deutlich zu erkennen. Heute ist es mehr ein Vorbeirauschen, nur das Quietschen von Metall auf Metall sticht manchmal heraus. Nachbarn, die noch näher an der S-Bahn wohnten als wir, behaupteten, sie könnten nicht mehr schlafen, wenn gestreikt wurde und keine Bahnen mehr fuhren. So sind unsere Leben eingetaktet auf diese Schlangen, diese Klangfahnen, alle paar Minuten eine, das ist laut und trotzdem beruhigend, wie einatmen und wieder ausatmen. Ein und wieder aus. Die S-Bahn, der Atem der Stadt.

Plane. An einem Haus in meiner Straße ist eine Schuttrutsche angebracht, die umhüllt ist von einer Plane. Der Märzwind zerrt daran, bläht sie auf, bildet Rundungen und dicke Bäuche, Schläge wie auf Pauken auf der Plastikfolie. Wellen und Täler, glänzend in der Sonne, Rauschen und Rumpeln und Wind – und mit der Sonne im Gesicht wünsche ich mich ans Meer.

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