Das erste Mal – Hallo Welt.

Da sitze ich also vor dem blinkenden Strich am Rechner, im Begriffe, meinen ersten selbständigen Blogbeitrag zu schreiben. Und merke auf einmal, das Ganze ist noch gar nicht durchdacht, was habe ich überhaupt für ein Profil, wo soll die Reise hingehen.

Schon seit ein paar Jahren trage ich mich mit dem Gedanken ans Bloggen; also schon seit mindestens zwei Jahren, vielleicht gar schon vier. Ein Freund von mir hatte damit angefangen, ich hatte einen Vortrag gesehen von einem berühmten britischen Musikblogger, der mich sehr beeindruckt hat – und sowieso sagte mein Freund andauernd zu mir – hör doch mal auf mit dieser intellektuellen Belästigung am Frühstückstisch, immer diese überbordenden philosophischen Wetterberichte, kannst du mich nicht mal damit in Ruhe lassen und das lieber aufschreiben?

Mein damaliger Freund ist inzwischen mein Ex-Freund, dementsprechend sitzt da niemand am Frühstückstisch, den ich mit meinen philosophischen Wetterberichten belästigen könnte, und also ist es nun die Welt, die als Adressatin herhalten muss. Hallo Welt, hatte wordpress als Überschrift vorgeschlagen. Eigentlich die einzig angemessene Überschrift für sowas. Eigentlich hätte das hier auch „philosophischer Wetterbericht“ heißen sollen und nicht friNtze. Aber beim Anmelden kam mir die Intuition dazwischen. Die Intuition, die mich auch dazu gebracht hat, ohne dass das Profil, das Konzept überhaupt schon fertig ist, mit dem Anmelden und mit dem Schreiben anzufangen.

Was also soll das hier werden? Ein Kulturblog. Eine Plattform für meine zeitgeistanzeigenden Fabulieranfälle, wie sie mich zuweilen in Beschlag nehmen. Eine Möglichkeit, über die Bücher zu sprechen, die ich gelesen habe, um diese weiter zu empfehlen oder zu verreißen. Wahrscheinlich wird es aber auch um das Schreiben selber gehen, um kreative Prozesse und Schwierigkeiten und wie sich damit umgehen lässt. Ja, letztlich bin ich selbst noch sehr gespannt, wohin mich dieser Blog führen wird. Aber wie soll man auch schon selber wissen, was es werden wird, wenn man gerade erst anfängt?

Zwei Zitate, die mir daraufhin in den Kopf kommen:

„Wenn man ganz genau weiß, was man machen will, wozu soll man es dann überhaupt noch machen? Da man es ja bereits weiß, ist es ganz ohne Interesse.Besser ist es dann, etwas ganz neues zu machen.“ von Pablo Picasso. Das hat mir meine Schwester mal ins Poesiealbum geschrieben, und das hat mich lange beschäftigt und nachhaltig beeinflusst.

Und das andere ist eigentlich gar nicht ein Zitat, sondern ein ganzer Zitat-Text, nämlich der gewisse Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden. Da heißt es gleich zu Beginn, man solle sich, wenn man sich über etwas nicht ganz im Klaren ist, irgendjemanden suchen, mit dem man darüber reden kann, weil beim Reden selbst sich der Gedanke überhaupt erst rausbildet. Und so ist das auch mit meinen philosophischen Wetterberichten – wie soll ich also schon vorher ein Profil haben? Das findet sich doch erst beim Reden. In diesem Sinne – hallo Welt! Und danke fürs Zuhören.