Miranda July: Der erste fiese Typ

Dreckiges Geschirr im Abwasch

„das lustigste, klügste, gewagteste und aufregendste Buch seit Langem“ heißt es auf dem Klappentext. Die Messlatte hängt entsprechend hoch, als ich mit Miranda Julys Debütroman anfange. Der erste Teil gibt Einblicke in das Leben von Cheryl, Mitte 40, die auf verquere Art und Weise auf einen Kollegen steht. Beim Lesen bin ich sofort in der Szenerie, sehe alles genau vor mir, werde in das Geschehen hineingesaugt – und denke trotzdem noch: na ja. So eine Protagonstin, die ein bisschen schräg ist und in ihrer eigenen Gedankenwelt verirrt – so richtig spannend fand ich das erst mal nicht. Als ich auf Seite 80 bin, antworte ich auf die Frage meines Freundes: Also, damit ich es für das beste Buch halte, müsste jetzt noch so einiges passieren!

Ja, und dann – was soll ich sagen! Tatsächlich allerhand verwunderliche Wendungen, Liebesgeschichten, Therapiesitzungen – und ein verschlungener Pfad hin zur Mutterschaft – ach! Das war nun wirklich eines der Bücher, die ich nicht im Mindesten vorhersehbar fand, in denen die Figuren sehr durchwachsen, aber trotzdem liebenswert sind, das mich sofort trotz der mir relativ fremden Lebenswelt in seinen Bann gezogen hat – und andauernd musste ich als Leserin meine Vorannahmen über den Haufen werfen.

„klügste, gewagteste, blabla…“ jetzt vielleicht auch wieder nicht – aber doch ein großartiger, atmosphärisch dichter, überraschender, emotional aufwühlender Spaß!

 


Der erste fiese Typ von Miranda July
Link zum Buch bei buecher.de

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