Patrycja Spychalski: Fern wie Sommerwind

Fliegender Drachen am blauen Himmel. "Fern wie Sommerwind" von Patrycja Spychalski

Dass es sich beim zweiten Jugendbuch von Patrycja Spychalski um eine leichte Sommerromanze handelt, das spiegelt sich schon im Titel: „Fern wie Sommerwind“. Und dabei ist die jugendliche Protagonistin Nora zunächst mal gar nicht so leicht, sondern äußerst gedankenschwer: Sie grübelt viel über das Leben nach und erfindet gerne Geschichten und Figuren, die an ihrer statt aufregende Dinge erleben – etwas, das ihr viel zu oft Kopfschmerzen bereitet. Dennoch hat Nora den großen Schritt gewagt und ihren ersten Sommerferienjob alleine an der Ostsee angenommen: als Drachenverkäuferin am Strand.

Mit den anderen Strandverkäufern verbindet sie bald eine Freundschaft – und deutet sich da mit dem künstlerisch begabten Martin nicht ein besonderes Prickeln an?

Gleichzeitig geht es in Spychalskis Buch aber auch um die drängenden Fragen nach der Zukunftsplanung. Wo soll es mit Nora hingehen, wenn sie die Schule beendet hat? Während sie ihre Verkaufsrunden über den Strand zieht, malt sie sich verschiedene Möglichkeiten aus. Wie wäre das Leben als alleinerziehende Mutter? Wie würde es sich anfühlen, mit einer Frau zusammen zu sein? Wie wäre es, die Gastgeberin in einem Künstlersalon zu sein? Und wie wäre es, eigenständig, aber allein durchs Leben zu gehen, mit wechselnden, unverbindlichen Liebschaften?
Doch das echte Leben drängt sich immer weiter in Noras Träumereien – und besonders die Sache mit Martin…

Es gibt zwar einige Formulierungsschwächen und Druckfehler, die das Leseerlebnis geringfügig stören. Was ich aber immer wieder an Patrycja Spychalskis Büchern mag, das ist die Atmosphäre, die sie vermitteln, und wie es ihr gelingt, mich in diese aufregende Teenager-Zeit mit reinzuziehen. Das Setting – ein Ferienort an der Ostsee – versetzt einen sofort in Urlaubsstimmung, mitsamt Meeresrauschen und Mückenstichen. Und weil hier neben den Aufregungen der ersten Liebe auch die großen Fragen rund um das Erwachsenwerden verhandelt werden, sorgt der Roman ganz wunderbar für leichte Urlaubsunterhaltung, die zugleich den Ernst des Lebens nicht ausspart.

 

Fern wie Sommerwind
Link zum Buch bei buecher.de

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