Augenfisch oder wie groß ist die Welt

Beim Malen mit Kindern begann ich mein Bild mit einem Kreis. Daraus wurde ein Auge.

„Was malst du da?“ fragte ein Mädchen.

„Weiß ich noch nicht“, sagte ich. „Ich glaube, das wird ein Augenfisch.“

Es wurde also ein Augenfisch – an die Augenform kamen eine Schwanz- und eine Rückenflosse und ein runder Fischmund mit den dazugehörigen Blubberblasen.

„Einen Augenfisch, sowas gibts aber doch gar nicht“, sagte das Mädchen.

„Doch, in meinem Gehirn“, sagte ein anderes Mädchen, das mir ebenfalls über die Schulter sah.

„Es gibt aber keinen Augenfisch in der Welt“, sagte das erste Mädchen.

„Mein Gehirn gehört aber auch zur Welt, und dadrin gibt es jetzt einen Augenfisch.“

Das erste Mädchen war nicht überzeugt, aber dafür eingeschüchtert, weshalb es schwieg.

Ich zeichnete weiter Blubberblasen und war erstaunt, welche gewichtigen Probleme so ein Augenfisch aufwerfen kann.

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