Miranda July: Der erste fiese Typ

„das lustigste, klügste, gewagteste und aufregendste Buch seit Langem“ heißt es auf dem Klappentext. Die Messlatte hängt entsprechend hoch, als ich mit Miranda Julys Debütroman anfange. Der erste Teil gibt Einblicke in das Leben von Cheryl, Mitte 40, die auf verquere Art und Weise auf einen Kollegen steht. Beim Lesen bin ich sofort in der Szenerie, sehe alles genau vor mir, werde in das Geschehen hineingesaugt – und denke trotzdem noch: na ja. So eine Protagonstin, die ein bisschen schräg ist und in ihrer eigenen Gedankenwelt verirrt – so richtig spannend fand ich das erst mal nicht. Als ich auf Seite 80 bin, antworte ich auf die Frage meines Freundes: Also, damit ich es für das beste Buch halte, müsste jetzt noch so einiges passieren!

Ja, und dann – → weiterlesen

Ein Ziel: Gender-Ausgewogenheit auf meinem Blog

Eigentlich war das hier schon zum Frauentag geplant, aber leider bin ich in der letzten Zeit etwas langsam gewesen mit allem. (Das mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und dann auch noch bloggen – das ist halt gar nicht mal so einfach unter einen Hut zu bekommen. Aber dazu mehr an anderer Stelle…)

Nur knappe vier Monate später aber schaffe ich es, die Sache mit der Gender-Ausgewogenheit auf frintze.de endlich mal anzugehen. Als ich nämlich mal wieder einen dieser Artikel las, in denen es um die Benachteiligung von schreibenden Frauen im Feuilleton und bei Literaturpreisen ging, zählte ich mal die Beiträge zu Büchern von Frauen und Büchern von Männern auf meinem Blog und musste feststellen: → weiterlesen

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Welch ein Buch! Schon lange ging es mir nicht mehr so, dass ich derartig in die fremde Welt einer Romanfigur eingestiegen bin, dass ich davon in meinem Alltag eingefärbt wurde und dass ich süchtig war nach der Atmosphäre, in die ich durchs Lesen eintauchen konnte. Ich hab langsam gelesen, von verschiedenen Verpflichtungen in der Lektüre unterbrochen – aber so wie das manchmal in Filmen dargestellt wird: kaum öffnete ich das Buch, wehte mich daraus → weiterlesen

Das Debüt: Nachts ist es leise in Teheran

„Für meine Eltern“, so lautet die Widmung in Shida Bazyars Debüt „Nachts ist es leise in Teheran“. Auf dem Cover: übereinander gelegte, durchscheinende Rechtecke, eines kleiner als das andere, durch die die Buchstaben des Titels abgedunkelt werden. Kämen noch mehr Rechtecke dazu, man könnte den Titel irgendwann nicht mehr lesen. Und das, so stelle ich fest, passt sehr gut zur Struktur des gesamten Buches, durch das eine bestimmte Zeit in Teheran hindurchscheint, auch wenn sich die Geschichte zwischendurch an ganz andere Orte bewegt.

Mit dem jungen Mann Behsad → weiterlesen

Das Debüt: Weissblende

„Weissblende“ von Sonja Harter, das ist ein Buch, dem ich irgendwie mit zwiespältigen Gefühlen begegne.

Matilda lebt allein mit ihrem Vater in einem Tal, langweilt sich dort, ist unterfordert. Ausgerechnet zu den Sommerferien hin beschließt ihr Vater, einen Untermieter anzunehmen: den Franzosen Bonmot. Matilda, die sich gerne als Lolita inszeniert, beginnt ein Spiel mit → weiterlesen

Das Debüt: Ymir oder aus der hirnschale der himmel

Das Debüt von Philip Krömer, „Ymir oder aus der hirnschale der himmel“ erschien im homunculus-Verlag, der sich, wenn ich mich noch richtig an die mitgesendete Verlagsvorschau erinnere, die Herstellung „schöner Bücher“ verschrieben hat (oder waren es „besondere“ Bücher?) Und das hat auf alle Fälle funktioniert: „Ymir“ ist ein wirklich schönes Buch, mit Graphiken, die mich an→ weiterlesen

Das Debüt: Weißes Rauschen oder die sieben Tage von Bardorf

Voller Vorfreude habe ich mir „Weißes Rauschen oder Die sieben Tage von Bardorf“ vorgeknöpft. Es sollte laut Klappentext um einen Radiosender gehen, um die Atmosphäre in einer Provinzhauptstadt, um Mixtapes und Tonbänder… Vom Titel und der Thematik her dachte ich: genau mein Roman!

Was mir dann auch sehr gefiel: Das Cover mit leicht unscharfen Lichtern, die von der Form her an Bienenwaben denken lassen. Und im Buch selbst: eine → weiterlesen